Wanderausstellung 2005 « Die Einstellung des Trams in Freiburg »
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Vor nun bereits 40 Jahren...
Am 31. März 1965 verkehrten die letzten Trams in den Strassen der Stadt Freiburg. Wie in zahlreichen anderen Städten musste auch hier das Tram dem stetig wachsenden Autoverkehr Platz machen und wurde durch Trolleybusse ersetzt.
Das Tram stand in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt der Mobilität der Stadt Freiburg. 1897 durch die grosse Tür eingetreten hat es 67 Jahre später die Bühne des Verkehrs fast durch die Hintertüre wieder verlassen.
Das Ziel dieser Ausstellung ist eine genauere Betrachtung der Einstellung des Trams in Freiburg, die Gründe, die verschiedenen Etappen der Abschaffung, aber auch die Reaktionen der Bevölkerung.
Die vier folgenden Etappen können unterschieden werden :
1. "Das Tram ist zu teuer"
2. "Das Tram stört"
3. Der Abschied des Trams
4. Und danach ?
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"Das Tram ist zu teuer"
1947, 50 Jahr-Jubiläum der Tramgesellschaft. In einer Jubiläumsschrift erwähnt der damalige Direktor Rémy bezüglich der Zukunft des Netzes der TF den Trolleybus als neues Verkehrsmittel, welches kostengünstiger sei als das Tram, vor allem für die künftige Erschliessung des "neuen" Jura-Quartiers.
1951, erste Einstellung einer Tramlinie. Die Erschliessung des Vignettaz-Quartiers muss ausgebaut werden. Die Steigungen lassen den Einsatz von Anhängern nicht zu, weshalb zusätzliche Kurse gefahren werden müssen. Auch hier kommt der Trolleybus zum Einsatz, da für die Verstärkung des Trambetriebs eine Ausweichstelle gebaut und neue Trammotorwagen angeschafft werden müssten. Ab 1949 kommt der Trolleybus als Verstärkung des Trams zum Einsatz. Nur zwei Jahre später, ab 1951, ersetzt er den Schienenbetrieb vollständig zwischen Vi-gnettaz und dem Fusse des Schönbergs (Zähringerbrücke), während andererseits die Erneuerungsarbeiten der Gleise auf der gesamten Strecke Pérolles - St.Leonard nach 8 Jahren Bau-zeit abgeschlossen werden können.
1958 wird der Trambetrieb nach Grandfey eingestellt. Die 1913 erbaute Linie sollte die erhoffte Entwicklung eines künfti-gen Quartiers fördern. Aber diese "Immobilienspekulation" war nicht erfolgreich, und das ständige Defizit der Linie führt auch zu ihrem schlechten Zustand.
"Das Tram stört"
Ab 1957 erfolgen die ersten Überlegungen zum vollständigen Ersatz des Trams. Der Privatverkehr hat seit dem 2. Weltkrieg massiv zugenommen, womit auch die Strassen deut-lich belasteter sind. Das Tram wird zum Hindernis des freien Autoverkehrs erklärt, und die Infrastruktur ist an die Grenzen ihrer Nutzungsfähigkeit gelangt, was die Einhaltung des Fahrplans beeinträchtigt. Die Lage der Geleise entspricht den Freiheiten des beginnenden 20. Jahrhunderts, als das Tram noch alleine auf den Strassen war (z.B. Einspurstrecke in Gegenrichtung zum übrigen Verkehr in der Murtenstrasse) und wurde bei den 1946 durchgeführten Erneuerungen nicht angepasst.
1961 wird die Lage dringend. Das Rollmaterial, in das letztmals 1913 investiert worden war, muss aufgrund zunehmenden Unterhalts und zu geringer Fahrgastkapazität vollständig ersetzt werden. Einige Gleisabschnitte sind vollständig abgenutzt ; Schienen von 1912 sind bei den grundlegenden Erneuerungen von 1946-51 nicht ersetzt, sondern nur neu einbetoniert worden.
Am 15. März 1961 beschliesst der Verwaltungsrat der TF den Ersatz des Trambetriebs auf der letzten Linie. Dieser Entscheid entspricht dem damaligen Zeitgeist, auch in zahlrei-chen anderen Städten werden damals ebenfalls die Tramnetze abgebaut. Doch auch einige kritische Stimmen erheben sich der Presse.
Der Abschied des Trams
Der 31. März 1965 ist der letzte Tag.
Ein mit Fahnen bestecktes Tram trägt eine Tafel, welche die in 68 Jahren erbrachten Leistungen hervorhebt. Neben den Frei-burgern strömten Fotografen aus der ganzen Schweiz herbei, um die kleinen Motorwagen ein letztes Mal in den engen Strassen der Stadt abzulichten.
Bereits am Nachmittag wird der Betrieb zwischen Tilleul und dem Friedhof durch einen Autobus ersetzt, um die neue Trolleybusfahrleitung in der Murtenstrasse fertigstellen zu können.
Auf der letzten Fahrt kann der Fahrplan nicht mehr eingehalten werden. An jeder Strassenecke stehen Leute, in der Lausannegasse begleitet eine Musikgesellschaft die Durchfahrt des letzten Trams, das Personal wird zu einem Fest als Abschluss dieser Epoche eingeladen.
Und danach ?
Am 1. April 1965 nehmen die Trolleybusse den Betrieb zwischen Pérolles und dem Friedhof St.Léonard auf. Das Datum erlaubt der Presse, einige Aprilscherze abzusetzen. So ist zu lesen, am Nachmittag werden die Tramwagen auf dem Dach des Finanzgebäudes abgeladen, um dort als Archivraum zu die-nen... Die Händler der Lausannegasse ergänzen ihre Werbung mit der Bemerkung "Strasse ohne Trams". Im Pérolles beklagt man die Aufhebung von Parkplätzen für die Anlage der Bushal-testellen entlang der Trottoirs. Man erzählt sogar, viele seien an diesem Morgen zu spät aufgestanden, da das übliche Schienenkreischen als Wecker fehlte.
Von den 13 Tramwagen werden nur vier sofort abgebrochen. Die übrigen können an Schweizer oder ausländische Museen, an Schulen für Spielplätze und einen Unternehmer als Baustellenhütte abgegeben werden.
Der Ausbau der Schienen dauerte über viele Jahre, jene in der Lausannegasse wurden erst mit der Einrichtung der Fussgängerzone 1991 entfernt. Das 1900 erbaute Depot Bourg wurde 1997 renoviert (Espace Tinguely), die imposante Ritterhalle wurde 1991 gesprengt, um dem Ausbau der Universität Platz zu machen.
Der Kalender
Mittwoch 30. März | Vernissage der Ausstellung in Düdingen, im Beisein des letzten auf Freiburger Boden erhaltenen Trams | 19Uhr30-20Uhr30 |
Samstag 2. April | Ausstellung am Pythonplatz | 9Uhr-17Uhr |
Samstag 30. April | Ausstellung im Tilleul (Grenette-Platz) | 9Uhr-17Uhr |
Samstag 28. Mai | Ausstellung in der Romontgasse | 9Uhr-17Uhr |
Freitag 12. bis Sonntag 14. Oktober | Ausstellung im Rahmen der Veranstaltung Rail-Expo in Nyon | |
Freitag 25. bis Sonntag 27. November | Ausstellung im Rahmen der Veranstaltung FAMA (Fête de l’artisanat et du modélisme amateur) in Bulle. Änderungen Vorbehalten. |
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